SCABELL Pierre

männlich 1652 - 1732  (80 Jahre)

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   Datum  Ereignis(se)
1560 
  • 1560: Hugenotten
    Etwa seit 1560 gab es die gebräuchliche Bezeichnung Hugenotten für die französichen Protestanten im vorrevolutionären Frankfreich.
1562 
  • 1562—1563: Hugenottenkrieg 1.
    WIKIPEDIA: Der Erste Hugenottenkrieg (1562–1563) war ein bewaffneter Konflikt zwischen Frankreichs Protestanten, den sogenannten Hugenotten, und Katholiken sowie der politisch zwischen den Parteien schwankenden Königinmutter Katharina von Medici, die seit Ende 1560 für ihren minderjährigen Sohn Karl IX. die Regentschaft führte. Er endete mit dem Edikt von Amboise, das den Hugenotten beschränkte Religionsfreiheit und zwei Sicherheitsplätze gewährte. Militärischer und politischer Führer der Hugenotten war Louis I. de Bourbon, Fürst von Condé, die katholischen Truppen unterstanden dem Kommando von Herzog Franz von Guise. Der Konflikt war der erste von acht Hugenottenkriegen.[1]
1567 
  • 1567—1568: Hugenottenkrieg 2.
    WIKIPEDIA: Der Zweite Hugenottenkrieg (1567–1568) war der einzige Hugenottenkrieg, den die französischen Protestanten (Hugenotten) offensiv führten, erneut unter Führung des Fürsten von Condé, Louis I. de Bourbon, prince de Condé. Die Hugenotten setzten diesmal Schweizer Söldner ein, was politisch die Katholiken eher stärkte. Der Krieg startete mit einem Überraschungscoup gegen die königliche Familie: Der Fürst von Condé aus der Nebenlinie der Bourbon wollte Katharina von Medici die Regentschaft entreißen. Als das misslungen war, wurde das Edikt von Amboise von 1563 in etwa bestätigt. Da beide Parteien ihre Truppen mobilisiert ließen, ging der Krieg fast unmittelbar in den Dritten Hugenottenkrieg über.
1568 
  • 1568—1570: Hugenottenkrieg 3.
    WIKIPEDIA: Der Dritte Hugenottenkrieg (1568–1570) brach schon ein halbes Jahr nach dem Ende des Zweiten Hugenottenkriegs aus und führte erstmals zu größeren Kämpfen zwischen den französischen Protestanten, den Hugenotten, und der katholischen Partei. In der Schlacht von Jarnac wurden die Hugenotten am 13. März 1569 besiegt und ihr Führer Ludwig I. von Bourbon-Condé gefangen genommen und erschossen. Nomineller Sieger von Jarnac war der Bruder des Königs, der spätere Heinrich III.. Der neue Hugenottenführer Admiral Coligny musste sich auf die Defensive beschränken, konnte eine weitere Niederlage bei Moncontour nicht verhindern. Kriegstreiber auf katholischer Seite war der junge Herzog Heinrich von Guise, der nicht nur den früheren politischen Einfluss seiner Familie wiederherstellen, sondern auch den Mord an seinem Vater Herzog Franz I. von Guise rächen wollte. Der Krieg endete mit dem Frieden von Saint-Germain (1570), der in etwa den früheren Friedensschluss von Amboise bestätigte.
1572 
  • 1572—1573: Hugenottenkrieg 4.
    WIKIPEDIA: Der Dritte Hugenottenkrieg (1568–1570) brach schon ein halbes Jahr nach dem Ende des Zweiten Hugenottenkriegs aus und führte erstmals zu größeren Kämpfen zwischen den französischen Protestanten, den Hugenotten, und der katholischen Partei. In der Schlacht von Jarnac wurden die Hugenotten am 13. März 1569 besiegt und ihr Führer Ludwig I. von Bourbon-Condé gefangen genommen und erschossen. Nomineller Sieger von Jarnac war der Bruder des Königs, der spätere Heinrich III.. Der neue Hugenottenführer Admiral Coligny musste sich auf die Defensive beschränken, konnte eine weitere Niederlage bei Moncontour nicht verhindern. Kriegstreiber auf katholischer Seite war der junge Herzog Heinrich von Guise, der nicht nur den früheren politischen Einfluss seiner Familie wiederherstellen, sondern auch den Mord an seinem Vater Herzog Franz I. von Guise rächen wollte. Der Krieg endete mit dem Frieden von Saint-Germain (1570), der in etwa den früheren Friedensschluss von Amboise bestätigte.
  • 23 Aug 1572—24 Aug 1572: Bartholomäusnacht
    WIKIPEDIA: Die Bartholomäusnacht (auch Pariser Bluthochzeit genannt, französisch Massacre de la Saint-Barthélemy) war ein Massaker an französischen Protestanten, den so genannten Hugenotten, das in der Nacht vom 23. zum 24. August 1572 stattfand. Admiral Gaspard de Coligny und weitere Führer der französischen Protestanten wurden dabei auf Befehl der Königinmutter Katharina von Medici ermordet. Sie waren anlässlich der (vermeintlich der Versöhnung dienenden) Hochzeit des Protestanten Heinrich von Navarra (des späteren Königs Heinrich IV.) mit Katharinas Tochter Margarete von Valois in Paris versammelt. In der gleichen Nacht wurden in einem Pogrom weitere Tausende Pariser Protestanten ermordet. Das Massaker ist ein zentrales Ereignis der Hugenottenkriege. Es ist mit vier Ereignissen verknüpft: einem fehlgeschlagenen ersten Anschlag auf den Admiral Coligny am 22. August 1572; der zwei Tage später erfolgten Ermordung der Hugenottenführer einschließlich Colignys; einem danach einsetzenden Gemetzel in den Straßen von Paris; sowie einer Welle von Gewalt, die sich kurz darauf in fast ganz Frankreich ausbreitete.[1] Die Bartholomäusnacht ist ein zentrales Datum in der Geschichte Frankreichs im 16. Jahrhundert und tief im kollektiven Gedächtnis der Franzosen verankert. Sie ist ein häufig in der Literatur und der bildenden Kunst behandeltes Motiv.
1574 
  • 1574—1576: Hugenottenkrieg 5.
    WIKIPEDIA: Im Fünften Hugenottenkrieg (1574–1576) zwischen den französischen Protestanten, den Hugenotten, und den Katholiken gab es keine größeren Schlachten. Das langsame Sterben von Karl IX. überschattete das erste Jahr, in dem es noch gewisse militärische Aktivitäten gab. Der jüngste Bruder Franz intrigierte mit den Hugenotten, vor allem mit König Heinrich I. von Navarra, gegen den Thronfolger, den späteren König Heinrich III., der in der Ferne als König von Polen auf den Tod seines älteren Bruders wartete. Der königliche Bruder und Heinrich von Navarra wurden verhaftet, aber nicht hingerichtet. Da die Hugenotten Zulauf von bedeutenden Militärs bekamen, und ein aus dem protestantischen Deutschland gestelltes Hilfskorps hinzukam, riet der Herzog von Mayenne dem König (nunmehr Heinrich III.) zum Friedensschluss. In dem ausgehandelten Frieden, dem so genannten Edikt von Beaulieu (Beaulieu-lès-Loches) vom 6. Mai 1576 erreichte Heinrich von Navarra bessere Konditionen für die Hugenotten als je zuvor: Religionsfreiheit (außer in Paris), jetzt acht hugenottische Sicherheitsplätze: Der aus Polen zurückgekehrte Heinrich III. wollte zunächst Ruhe haben.
1576 
  • 1576—1577: Hugenottenkrieg 6.
    WIKIPEDIA: Der Sechste Hugenottenkrieg (1576–1577) bestand im Grunde nur aus diplomatischen Manövern: Die von den Katholiken dominierten Generalstände von Blois akzeptierten die großen, den französischen Protestanten (Hugenotten) gemachten Zugeständnisse des Edikt von Beaulieu nicht, doch bestätigt der Frieden von Bergerac im September 1577 im Wesentlichen dessen Bestimmungen.
1579 
  • 1579—1580: Hugenottenkrieg 7.
    WIKIPEDIA: Der Siebte Hugenottenkrieg (1579–1580) erwuchs erneut aus der Unzufriedenheit der französischen Katholiken mit den Zugeständnissen, die den französischen Protestanten (Hugenotten) gemacht worden waren. Erneut gibt es keine ernsthaften Kampfhandlungen. Daher wurde 1580 der Friede von Fleix geschlossen, der das Edikt von Beaulieu und den Frieden von Bergerac aus dem Jahre 1577 bestätigte.
1585 
  • 1585—1598: Hugenottenkrieg 8.
    WIKIPEDIA: Der Achte Hugenottenkrieg (1585–1598) war der letzte und längste der Hugenottenkriege zwischen 1562 und 1598 – Bürgerkriege, die mit ihren Folgewirkungen Frankreich für etwa hundert Jahre schwächten. Heinrich von Navarra setzte sich nach dem Aussterben der Valois als Heinrich IV. von Frankreich durch, obwohl er ursprünglich Protestant (Hugenotte im Sinne einer calvinistischen Auffassung) war. Im Edikt von Nantes vom April 1598 gewährte er den Hugenotten beschränkte Religionsfreiheit, womit er durch hugenottische Sicherheitsplätze die Ängste der Hugenotten beschwichtigte. Der Krieg wurde ab 1588 auch ein internationaler Konflikt, der mit dem Freiheitskampf der Niederlande und dem englisch-spanischen Seekrieg zwischen Elisabeth I. von England und Philipp II. von Spanien wechselwirkte und in dem Frankreich sich trotz des Bürgerkriegs gegen Spanien behauptete.
10 1618 
  • 1618—1648: 30 jährige Krieg
    WIKIPEDIA: Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Konflikt um die Hegemonie im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und in Europa und zugleich ein Religionskrieg. In ihm entluden sich auf europäischer Ebene der habsburgisch-französische Gegensatz und auf Reichsebene derjenige zwischen Kaiser und Katholischer Liga einerseits und Protestantischer Union andererseits. Gemeinsam mit ihren jeweiligen Verbündeten im Reich trugen die habsburgischen Mächte Österreich und Spanien ihre dynastischen Interessenkonflikte mit Frankreich, den Niederlanden, Dänemark und Schweden aus. Infolgedessen verbanden sich eine Reihe weiterer Konflikte mit dem Dreißigjährigen Krieg: der Achtzigjährige Krieg (1568–1648) zwischen den Niederlanden und Spanien, der Französisch-Spanische Krieg (1635–1659) und der Torstenssonkrieg (1643–1645) zwischen Schweden und Dänemark. Als Auslöser des Krieges gilt der Prager Fenstersturz vom 23. Mai 1618, mit dem der Aufstand der protestantischen böhmischen Stände offen ausbrach. Dieser richtete sich gegen die Rekatholisierungsversuche des böhmischen Königs aus dem Haus Habsburg, der zugleich römisch-deutscher Kaiser war. Insgesamt folgten in den 30 Jahren von 1618 bis 1648 vier Konflikte aufeinander, die von der Geschichtswissenschaft nach den jeweiligen Gegnern des Kaisers und der Habsburger Mächte als Böhmisch-Pfälzischer, Dänisch-Niedersächsischer, Schwedischer und Schwedisch-Französischer Krieg bezeichnet wurden. Zwei Versuche, den Konflikt zu beenden, der Friede von Lübeck 1629 und der Friede von Prag 1635, scheiterten daran, dass sie nicht die Interessen aller direkt oder indirekt Beteiligten berücksichtigten. Das gelang erst mit dem gesamteuropäischen Friedenskongress von Münster und Osnabrück (1641–1648). Der Westfälische Friede legte die Machtbalance zwischen Kaiser und Reichsständen neu fest und wurde Teil der bis 1806 geltenden Verfassungsordnung des Reiches. Darüber hinaus sah er Gebietsabtretungen an Frankreich und Schweden vor sowie das Ausscheiden der Vereinigten Niederlande und der Schweizer Eidgenossenschaft aus dem Reichsverband. Am 24. Oktober 1648 endete der Krieg in Deutschland. Seine Feldzüge und Schlachten hatten überwiegend auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches stattgefunden. Die Kriegshandlungen selbst, aber auch die durch sie verursachten Hungersnöte und Seuchen verheerten und entvölkerten ganze Landstriche. In Teilen Süddeutschlands etwa überlebte nur ein Drittel der Bevölkerung. Nach den wirtschaftlichen und sozialen Verheerungen benötigten einige vom Krieg betroffene Territorien mehr als ein Jahrhundert, um sich von deren Folgen zu erholen.
11 1654 
  • 1654: Erster Bremisch-Schwedischer Krieg
    WIKIPEDIA: Der Erste Bremisch-Schwedische Krieg (schwedisch Första bremiska kriget) war ein kriegerischer Konflikt zwischen dem Königreich Schweden und der Hansestadt Bremen im Jahr 1654. Er wurde um die Vorherrschaft im Gebiet des Herzogtums Bremen-Verden und um den Status Bremens als freie Reichsstadt geführt.
12 1666 
  • 1666: Zweiter Bremisch-Schwedischer Krieg
    WIKIPEDIA: Der Zweite Bremisch-Schwedische Krieg (schwedisch Andra bremiska kriget) war ein kriegerischer Konflikt zwischen dem Königreich Schweden und der Stadt Bremen im Jahr 1666. Er wurde um die Eigenständigkeit und den Status Bremens als freie Reichsstadt geführt.
13 1685 
  • 16 Okt 1685: Edikt von Fontainebleau
    WIKIPEDIA: Im Edikt von Fontainebleau (Édit de Fontainebleau) widerrief König Ludwig XIV. am 18. Oktober 1685 auf Schloss Fontainebleau das Edikt von Nantes. Mit dem Edikt von Nantes hatte 1598 sein Großvater, König Heinrich IV., den französischen Protestanten Religionsfreiheit zugesichert und die mehr als dreißigjährigen Religionskriege beendet. Mit dem neuen Edikt von Fontainebleau bekräftigte Ludwig die katholische Staatsreligion und erließ ein Verbot des Protestantismus, der in Frankreich vor allem an den Lehren Calvins ausgerichtet war. Das Verbot traf die Reformierte Kirche von Frankreich schwer, da es konsequent durchgesetzt wurde. Vor allem aus den südfranzösischen Provinzen Languedoc, Roussillon und Dauphiné, wo zahlreiche Hugenotten lebten, wie die Protestanten auch genannt wurden, flohen viele von ihnen in andere protestantische Länder, insbesondere in die Niederlande, die Schweiz und nach Preußen. Insgesamt verließen von 1685 bis 1730 etwa 150.000 bis 200.000 der ca. 730.000 bekennenden Hugenotten das Land, darunter überproportional viele Angehörige des Adels und des gewerblichen Bürgertums, was einen erheblichen Aderlass für die französische Wirtschaft bedeutete und einen Gewinn für Länder wie Preußen. Ausgenommen vom Edikt von Fontainebleau waren die französischen Besitzungen im Elsass (u. a. die Stadt Straßburg), da diese quasi als ausländische Besitzung des französischen Königs galten. Hier durfte die protestantische Konfession weiter praktiziert werden, wenn auch die französische Obrigkeit bemüht war, den Katholizismus zu begünstigen. Das Edikt von Fontainebleau hatte auch gravierende außenpolitische Folgen. Die Gegnerschaft zu protestantischen Ländern wie England und den Niederlanden verschärfte sich. Andere protestantische Staaten wie Brandenburg-Preußen unter dem Großen Kurfürsten wandten sich von Frankreich ab. Da der Protestantismus sichtlich nicht per Federstrich zu beseitigen war, versuchte König Ludwig in den Jahren nach 1700 eine militärische Lösung. Er schickte Truppen in die Kerngebiete der Protestanten, wobei es zu grausamen Kriegshandlungen in den Cevennen kam. Hier gelang es zwar den aufständischen Kamisarden, in der gebirgigen Region einige Jahre lang Widerstand zu leisten, aber Hunderte von Dörfern wurden zerstört und entvölkert. Da auch die meisten protestantischen Pfarrer Frankreich verlassen hatten, übernahmen häufig Laien ihre Funktion. Sie predigten heimlich an abgelegenen Örtlichkeiten, le désert („Einöde/Wüste”) genannt. Wenn sie gefasst wurden, drohte ihnen als Strafe die Galeere oder die Hinrichtung. Diese Laienprediger waren in der Regel Menschen, die durch ihre ekstatischen Zustände und prophetische Reden von Gott zu ihrer Rolle berufen schienen. Sie kreierten die Bewegung der Inspirierten, die über England, wo man sie French prophets nannte, auch den Kontinent erreichte und in den protestantischen Ländern maßgeblich den kirchenkritischen Flügel des Pietismus beeinflusste. Erst die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 und die Verfassung von 1791 während der Französischen Revolution beendeten die religiöse Verfolgung und stellten die volle Religionsfreiheit für Protestanten und andere religiöse Minderheiten in Frankreich her.
  • 29 Okt 1685: Edikt von Potsdam
    WIKIPEDIA: Das Edikt von Potsdam, auch Potsdamer Toleranzedikt genannt,[1] war ein Toleranzedikt, das am 29. Oktoberjul./ 8. November 1685greg.[2] vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg erlassen wurde. Der Kurfürst – im Gegensatz zur evangelisch-lutherischen Bevölkerungsmehrheit Brandenburgs selbst calvinistischen Glaubens – bot seinen in Frankreich wegen ihrer Religion verfolgten protestantischen Glaubensgenossen, den Hugenotten, freie und sichere Niederlassung in Brandenburg an. Den Flüchtlingen wurden großzügige Privilegien gewährt, unter anderem Befreiung von Steuern und Zöllen, Subventionen für Wirtschaftsunternehmen und Bezahlung der Pfarrer durch das Fürstentum. Hintergrund des Edikts war die wiedererwachende Verfolgung der Hugenotten in Frankreich nach dem Widerruf des Toleranzediktes von Nantes durch das Edikt von Fontainebleau, welches der französische König Ludwig XIV. am 18. Oktober 1685 erlassen hatte. Das Edikt von Potsdam kam daraufhin unter maßgeblicher Beteiligung des Theologen Jacques Abbadie zustande. Etwa 20.000 Menschen folgten dem Angebot Brandenburgs.[3] Das Edikt von Potsdam trug wesentlich dazu bei, die Wirtschaft des im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Brandenburg zu beleben, und legte damit den Grundstein für die Erstarkung Brandenburg-Preußens. Durch die Hugenotten, die sich in Berlin niederließen, stieg die Einwohnerzahl um ein Drittel an. Wie bereits bei der Aufnahme der aus Österreich vertriebenen Juden 1671 erhoffte Friedrich Wilhelm sich von den Einwanderern einen wirtschaftlichen Aufschwung im an den Folgen des Dreißigjährigen Krieges leidenden Brandenburg. Diese Hoffnung erfüllte sich. Die Hugenotten in Brandenburg brachten dem Staat sowohl einen wirtschaftlichen als auch geistigen Aufschwung. So wurde schon 1689 in Berlin das Französische Gymnasium eröffnet, das Einwanderern und Eingesessenen eine bis dahin nicht gebotene umfangreiche Bildung ermöglichte. Berlin entwickelte sich zu einem Zentrum der Literatur innerhalb Brandenburg-Preußens und über die Staatsgrenzen hinweg wirkend.[4] An die Aufnahme hugenottischer Flüchtlinge durch Friedrich Wilhelm erinnert ein Relief am Genfer Reformationsdenkmal.
14 1688 
  • 1688: Flucht aus Mannheim
    Die Pfälzer Kolonie startet ihren Umzug nach Magdeburg und Berlin. WIKIPEDIA: Die Pfälzer Kolonie war ein gesondertes Gemeinwesen innerhalb der Stadt Magdeburg. Die Kolonie bestand von 1689 bis 1808 als eine von drei, räumlich nicht abgegrenzten, Bürgergemeinden in der Stadt. Bei ihren Mitgliedern handelte es sich um nach Magdeburg geflohene Glaubensflüchtlinge, die unter kurfürstlichem Schutz standen. Die Pfälzer Kolonie verfügte über ein eigenes Rathaus, Bürgermeister, Gerichte und auch über eine eigene Bürgergarde.
  • 1688—1697: Pfälzischer Erbfolgekrieg
    WIKIPEDIA: Der Pfälzische Erbfolgekrieg (1688–1697), auch Orléansscher Krieg, Krieg der Augsburger Allianz, Krieg der Großen Allianz oder Neunjähriger Krieg genannt, war ein vom französischen König Ludwig XIV. provozierter Konflikt, um vom Heiligen Römischen Reich die Anerkennung seiner Erwerbungen im Rahmen seiner Reunionspolitik zu erreichen.
15 1689 
  • 1689: Ankunft Magdeburg
    Ansiedlung der Hugenotten in Magdeburg WIKIPEDIA: Die Pfälzer Kolonie war ein gesondertes Gemeinwesen innerhalb der Stadt Magdeburg. Die Kolonie bestand von 1689 bis 1808 als eine von drei, räumlich nicht abgegrenzten, Bürgergemeinden in der Stadt. Bei ihren Mitgliedern handelte es sich um nach Magdeburg geflohene Glaubensflüchtlinge, die unter kurfürstlichem Schutz standen. Die Pfälzer Kolonie verfügte über ein eigenes Rathaus, Bürgermeister, Gerichte und auch über eine eigene Bürgergarde.
16 1700 
  • 1700—1721: Großer Nordischer Krieg
    WIKIPEDIA: Der Große Nordische Krieg[1] war ein in Nord-, Mittel- und Osteuropa geführter Krieg um die Vorherrschaft im Ostseeraum in den Jahren 1700 bis 1721. Eine Dreierallianz, bestehend aus dem Russischen Zarenreich sowie den beiden Personalunionen Sachsen-Polen und Dänemark-Norwegen, griff im März 1700 das Schwedische Reich an, das von dem achtzehnjährigen König Karl XII. regiert wurde. Trotz der ungünstigen Ausgangslage blieb der schwedische König zunächst siegreich und erreichte, dass Dänemark-Norwegen (1700) und Sachsen-Polen (1706) aus dem Krieg ausschieden. Als er sich ab 1708 anschickte, Russland in einem letzten Feldzug zu besiegen, erlitten die Schweden in der Schlacht bei Poltawa im Juli 1709 eine verheerende Niederlage, welche die Kriegswende bedeutete. Durch diese Niederlage ihres ehemaligen Gegners ermutigt, traten Dänemark und Sachsen wieder in den Krieg gegen Schweden ein. Von da an bis zum Kriegsende behielten die Alliierten die Initiative und drängten die Schweden in die Defensive. Erst nachdem der als uneinsichtig und kriegsbesessen geltende Schwedenkönig im Herbst 1718 während einer Belagerung vor Frederikshald in Norwegen gefallen war, konnte der für sein Land aussichtslos gewordene Krieg beendet werden. Die Bedingungen der Friedensverträge von Stockholm, Frederiksborg und Nystad bedeuteten das Ende Schwedens als europäische Großmacht und den gleichzeitigen Aufstieg des 1721 von Peter I. gegründeten Russischen Kaiserreiches.



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